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Marcus Antonius

Marcus Antonius war im Jahre 44 v. Chr. neben Julius Caesar der zweite Konsul und versuchte, nach dem Tod Caesars in dessen politische Fußstapfen zu treten. In politischen Anklagen von Cicero heftig bekämpft, schloß er sich mit Octavian, dem Erben Caesars, und dem Feldherren Marcus Aemilius Lepidus zu einem Triumvirat zusammen. In dieser Zeit dürfte das kleine Bildnis des Marcus Antonius in seinem Auftrag entstanden sein, oder es wurde für einen seiner Parteigänger angefertigt.
Als es unter den drei Triumvirn zu einer Aufteilung der Einflußsphären im römischen Reich kam, erhielt Marcus Antonius den griechischen Osten einschließlich Ägypten. Berühmt wurde die Liebesaffäre mit Kleopatra, die allerdings seinen politischen
Untergang einleitete. Octavian wandte sich gegen ihn, und es kam am 2. September 27 v. Chr. zur berühmten Seeschlacht von Actium, an der Kleopatra mit eigenen Schiffen beteiligt war, aus der Octavian und sein Admiral Marcus Vipsanius Agrippa jedoch siegreich hervorgingen. Marcus Antonius floh nach Ägypten und gab sich schließlich 30 v. Chr. den Freitod (BLEICKEN 1998, 277 ff.).
Die individuelle Physiognomie mit dem knappen Haarschnitt erwecken den Eindruck eines Genußlebens und zugleich eines soldatischen Auftretens. Die Frisur, die deutliche Augenbrauen- und Stirnpartie und das ausdrucksstarke Kinn lassen sich mit einer Reihe von Münzprägungen in Verbindung bringen. Die Goldprägungen aus der Zeit zwischen 43 und 41 v. Chr. stellen den Triumvir Marcus Antonius dar. Zum kleinformatigen Porträt aus der Schweizerischen Privatsammlung können ein Kopf aus der Antikensammlung in Berlin und der Gepanzerte auf dem Relief im Chiostro von San Vitale in Ravenna gestellt werden, die eine vergleichbare Gesichtsausbildung und Frisur aufweisen. Kürzlich ist von Ferdinand Dohna der Versuch unternommen worden, die Statue mit dem Brustpanzer den wenigen Bildnissen des Marcus Antonius zuzuordnen (DOHNA 1998, 295 ff.; MLASOWSKY 2005, 243 ff.; MLASOWSKY 2025, 180 Abb., 220 Kat.Nr. 59 (mit Abb.).


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